Okt 30, 2026
Kombination Photovoltaik und Solarthermie: Strom und Wärme effizient nutzen
Kombination von Photovoltaik und Solarthermie: Strom und Wärme von der Sonne
Photovoltaik und Solarthermie nutzen beide die Energie der Sonne – aber auf unterschiedliche Weise. Eine Photovoltaikanlage erzeugt Strom, während solarthermische Kollektoren Sonnenwärme für Warmwasser und, je nach Anlage, zur Unterstützung der Heizung bereitstellen. Werden die Technologien passend kombiniert, kann ein grosser Teil des Energiebedarfs eines Hauses erneuerbar gedeckt werden.
Was ist der Unterschied zwischen Photovoltaik und Solarthermie?
Photovoltaikmodule wandeln Sonnenlicht in elektrische Energie um. Der Strom kann im Haushalt genutzt, in einer Batterie gespeichert, ins Netz eingespeist oder zum Betrieb einer Wärmepumpe verwendet werden.
Solarthermische Anlagen nehmen die Wärme der Sonne über Kollektoren auf. Diese Wärme wird über einen Wärmeträger in einen Speicher geleitet und hauptsächlich für die Warmwasserbereitung genutzt. Bei geeigneter Auslegung kann Solarthermie in der Übergangszeit auch die Heizung unterstützen.
Welche Vorteile hat die Kombination?
- Strom und Wärme aus einer Energiequelle: Die Dachfläche trägt zur Erzeugung beider Energieformen bei.
- Geringerer Bezug von Energie: Je nach Verbrauch, Anlagengrösse und Wetter kann weniger Strom oder Heizenergie aus dem Netz beziehungsweise aus fossilen Energieträgern nötig sein.
- Mehr Eigenversorgung: Photovoltaikstrom kann Haushaltsgeräte, Warmwasserbereitung oder eine Wärmepumpe versorgen.
- Flexible Nutzung: Die passende Kombination lässt sich auf Gebäude, Heizsystem und Verbrauch abstimmen.
Wie gross der tatsächliche Nutzen ist, hängt unter anderem von der verfügbaren Dachfläche, der Ausrichtung, dem Warmwasserbedarf, der Dämmung und der bestehenden Heiztechnik ab. Eine Kombination ist daher nicht automatisch für jedes Gebäude die wirtschaftlichste Lösung.
Gängige Möglichkeiten der Kombination
Photovoltaik und separate Solarthermie-Kollektoren
Bei dieser Variante werden Photovoltaikmodule und solarthermische Kollektoren getrennt am Dach montiert. Die Solarthermie lädt einen Warmwasser- oder Pufferspeicher, während die Photovoltaikanlage Strom erzeugt. Für die Planung ist wichtig, die Dachfläche sinnvoll aufzuteilen und die Ausrichtung sowie Verschattung zu berücksichtigen.
Photovoltaik in Kombination mit einer Wärmepumpe
Eine Photovoltaikanlage kann den Strombedarf einer Wärmepumpe teilweise abdecken. Die Wärmepumpe nutzt diesen Strom, um Umweltwärme für Heizung und Warmwasser bereitzustellen. Ein intelligentes Energiemanagement kann dabei helfen, die Wärmepumpe bevorzugt dann zu betreiben, wenn ausreichend PV-Strom vorhanden ist. Im Winter ist die Solarstromproduktion in Österreich allerdings oft geringer, während der Heizbedarf steigt.
Photovoltaik-Thermie-Module (PVT)
PVT-Module verbinden Photovoltaik und Solarthermie in einem Modul. Auf der Vorderseite wird Strom erzeugt; auf der Rückseite kann Wärme aufgenommen werden. Je nach System wird diese Wärme etwa für Warmwasser, einen Speicher oder als Wärmequelle für eine Wärmepumpe genutzt. PVT kann interessant sein, wenn die Dachfläche begrenzt ist. Die Eignung und Wirtschaftlichkeit hängen jedoch stark vom konkreten System und vom Gebäude ab.
Worauf sollte man bei der Planung achten?
- Energiebedarf ermitteln: Warmwasserverbrauch, Heizwärmebedarf und Stromverbrauch bilden die Grundlage für die Auslegung.
- Dachfläche prüfen: Neigung, Ausrichtung, Statik, Verschattung und vorhandene Dachaufbauten beeinflussen den Ertrag.
- Speicher passend dimensionieren: Ein ausreichend grosser Warmwasser- oder Pufferspeicher hilft, Solarwärme zeitversetzt zu nutzen. Auch ein Batteriespeicher kann den Eigenverbrauch von PV-Strom erhöhen, ist aber nicht in jedem Fall notwendig.
- Heizsystem berücksichtigen: Niedertemperatur-Heizsysteme, etwa eine Fussbodenheizung, eignen sich besonders gut für eine effiziente Einbindung erneuerbarer Wärme.
- Regelung abstimmen: Die Komponenten sollten miteinander kommunizieren und so gesteuert werden, dass Energie möglichst sinnvoll genutzt wird.
- Gesamtkosten vergleichen: Neben Anschaffung und Installation zählen Betrieb, Wartung, erwartete Energieeinsparungen und mögliche Förderungen.
Vor allem bei einer bestehenden Heizung sollte geprüft werden, ob sich Solarthermie gut in das vorhandene System integrieren lässt. Bei einem Neubau oder einer umfassenden Sanierung können Photovoltaik, Wärmepumpe, Speicher und Energiemanagement von Anfang an gemeinsam geplant werden.
Lohnt sich Photovoltaik mit Solarthermie?
Ob sich die Kombination rechnet, lässt sich nicht pauschal beantworten. Solarthermie kann besonders dann sinnvoll sein, wenn ein regelmässiger Warmwasserbedarf besteht und ein geeigneter Speicher vorhanden ist. Photovoltaik bietet dagegen vielseitige Einsatzmöglichkeiten, weil der erzeugte Strom im Haushalt, für eine Wärmepumpe oder zum Laden eines Elektroautos genutzt werden kann.
Ein Vergleich sollte daher mehrere Varianten berücksichtigen: Photovoltaik allein, Photovoltaik mit Wärmepumpe, Solarthermie zusätzlich oder ein PVT-System. Eine fachgerechte Planung zeigt, welche Lösung zum Gebäude, zum Verbrauch und zum verfügbaren Budget passt.
Fazit
Die Kombination aus Photovoltaik und Solarthermie kann Sonnenenergie sowohl für Strom als auch für Wärme nutzbar machen. Entscheidend ist, dass die Komponenten aufeinander abgestimmt sind und zum tatsächlichen Energiebedarf des Hauses passen. Eine individuelle Planung hilft, Dachfläche, Speicher und Heizsystem sinnvoll zu nutzen und eine passende Lösung für den eigenen Haushalt zu finden.
Photovoltaik und Solarthermie kombinieren: 5 Tipps für Strom und Wärme vom Dach
- Strom- und Wärmebedarf gemeinsam planen.
- Photovoltaik für Haushaltsstrom, Solarthermie für Warmwasser nutzen.
- Dachfläche und Ausrichtung vorab prüfen lassen.
- Speicher passend zum Verbrauch dimensionieren.
- Förderungen und Installationskosten vergleichen.
Strom- und Wärmebedarf gemeinsam planen.
Planen Sie Strom- und Wärmebedarf gemeinsam, bevor Sie sich für Photovoltaik, Solarthermie oder eine Kombination entscheiden. Berücksichtigen Sie dabei den Stromverbrauch im Haushalt, den Warmwasserbedarf und den Energiebedarf für die Heizung – ebenso wie mögliche künftige Verbraucher, etwa eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto. So lassen sich Dachfläche, Anlagenleistung und Speicher aufeinander abstimmen und die erzeugte Energie möglichst gut nutzen.
Photovoltaik für Haushaltsstrom, Solarthermie für Warmwasser nutzen.
Eine besonders praktische Kombination ist, Photovoltaik für den Haushaltsstrom und Solarthermie für die Warmwasserbereitung einzusetzen. So versorgt die PV-Anlage etwa Beleuchtung und Haushaltsgeräte mit Sonnenstrom, während solarthermische Kollektoren die Wärme für Dusche, Küche und Bad bereitstellen. Damit beide Systeme gut zusammenarbeiten, sollten Dachfläche, Warmwasserbedarf und Speicher aufeinander abgestimmt sein. Ob diese Aufteilung für Ihr Gebäude sinnvoll ist, zeigt ein Vergleich mit Alternativen wie einer Wärmepumpe mit Photovoltaik.
Dachfläche und Ausrichtung vorab prüfen lassen.
Lassen Sie Dachfläche und Ausrichtung vorab von einer Fachperson prüfen. Dabei werden neben der verfügbaren Fläche auch Dachneigung, Verschattung, Statik und mögliche Hindernisse wie Dachfenster oder Kamine berücksichtigt. So lässt sich feststellen, ob Photovoltaikmodule und Solarthermie-Kollektoren gemeinsam Platz finden und wie sie am besten angeordnet werden, damit beide Systeme möglichst viel Sonnenenergie nutzen können.
Speicher passend zum Verbrauch dimensionieren.
Dimensionieren Sie den Speicher passend zum tatsächlichen Verbrauch Ihres Haushalts: Ein Warmwasser- oder Pufferspeicher sollte so ausgelegt sein, dass er die tagsüber gewonnene Solarwärme sinnvoll aufnehmen und bei Bedarf bereitstellen kann. Ist er zu klein, bleibt überschüssige Wärme ungenutzt; ist er überdimensioniert, können die Anschaffungs- und Wärmeverluste steigen. Lassen Sie daher Warmwasserbedarf, Heizsystem und Anlagengrösse gemeinsam betrachten. Für einen Batteriespeicher gilt ebenfalls: Entscheidend sind Ihr Stromverbrauch und die gewünschte Eigenversorgung – mehr Speicherkapazität ist nicht automatisch die wirtschaftlichste Lösung.
Förderungen und Installationskosten vergleichen.
Vergleichen Sie vor der Entscheidung die Gesamtkosten der möglichen Anlagenvarianten – inklusive Module oder Kollektoren, Speicher, Montage, Elektroarbeiten und laufender Wartung. Informieren Sie sich ausserdem über aktuelle Förderungen in Österreich sowie mögliche Landes- und Gemeindeförderungen. Da sich Förderbedingungen und Fristen ändern können, sollten Sie die Voraussetzungen vor der Beauftragung prüfen und Angebote auf Basis derselben technischen Leistung vergleichen.
More Details